Allgemeine Geschäftsbedingungen

für die Nutzung der Fynera-Plattform · Stand: September 2026

§ 1 Anbieter und Geltungsbereich

  1. Anbieter der Fynera-Plattform (nachfolgend „Fynera") ist die CAPSOFT GmbH (nachfolgend „Anbieter"). Kontakt: service@fynera.ai; Anschrift siehe Impressum.
  2. Diese AGB gelten für alle Verträge über die Nutzung von Fynera zwischen dem Anbieter und Unternehmern im Sinne des § 14 BGB sowie Steuerkanzleien. Ein Angebot an Verbraucher besteht nicht.
  3. Abweichende Bedingungen des Nutzers finden keine Anwendung, es sei denn, der Anbieter stimmt ihnen ausdrücklich schriftlich zu.

§ 2 Leistungsbeschreibung

  1. Fynera ist eine cloudbasierte Software (SaaS) zur Automatisierung der vorbereitenden Buchhaltung: Erfassung und Auslesen von Belegen, Abgleich mit Zahlungen, KI-gestützte Kontierungsvorschläge, GoBD-orientiertes Kassenbuch sowie Übergabe an die Steuerkanzlei (u. a. DATEV-Formate).
  2. Der konkrete Funktionsumfang ergibt sich aus der Leistungsbeschreibung auf fynera.ai zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses. Der Funktionsumfang wird laufend erweitert; bestehende Kernfunktionen werden dabei nicht eingeschränkt.
  3. Fynera erbringt keine Steuerberatung, Rechtsberatung oder Buchführung im Sinne des StBerG. Die Plattform unterstützt die Zusammenarbeit mit der Steuerkanzlei des Nutzers, ersetzt sie aber nicht.

§ 3 Vertragsschluss und Zugang

  1. Der Vertrag kommt durch Online-Registrierung des Nutzers zustande. Der Zugang beginnt mit einem kostenlosen Testzeitraum und wird durch Abschluss eines kostenpflichtigen Tarifs fortgesetzt.
  2. Zugangsdaten sind vertraulich zu behandeln. Der Nutzer kann weitere Benutzer mit abgestuften Rollen einladen und ist für deren Handlungen verantwortlich.

§ 4 Preise und Zahlung

  1. Es gelten die bei Vertragsschluss vereinbarten Preise gemäß der aktuellen Preisliste in der Anwendung. Individuell zugesagte Konditionen (z. B. aus der Pilotphase) bleiben bestehen.
  2. Die Abrechnung erfolgt im Voraus je Abrechnungszeitraum. Alle Preise verstehen sich zuzüglich gesetzlicher Umsatzsteuer.

§ 5 KI-Funktionen

  1. Fynera erstellt mithilfe künstlicher Intelligenz Vorschläge — insbesondere für das Auslesen von Belegen und die Kontierung. Vorschläge sind als solche gekennzeichnet (inklusive der erzeugenden Engine und einer Sicherheitsangabe) und werden erst durch Bestätigung des Nutzers bzw. Prüfung der Steuerkanzlei verbindlich. Unsichere Vorschläge werden nie ungesehen gebucht, sondern zur Prüfung vorgelegt.
  2. Der Anbieter übernimmt keine Gewähr für die inhaltliche Richtigkeit einzelner KI-Vorschläge. Die KI-Funktionen ersetzen keine steuerliche oder rechtliche Beratung.
  3. Speicherung und Verarbeitung der Daten erfolgen auf Servern in Deutschland. Soweit für einzelne KI-Funktionen externe Dienste eingesetzt werden, sind diese samt Verarbeitungsregion in der Datenschutzerklärung ausgewiesen; eingereichte Inhalte werden von diesen Diensten nicht zum Training fremder Modelle verwendet.
  4. Fynera lernt aus bestätigten und korrigierten Buchungen des jeweiligen Nutzers. Diese Lerninhalte bleiben dem Konto des Nutzers zugeordnet.

§ 6 Datenschutz, Auftragsverarbeitung und aggregierte Dienstverbesserung

  1. Der Anbieter verarbeitet personenbezogene Daten nach Maßgabe der DSGVO. Einzelheiten regelt die Datenschutzerklärung.
  2. Soweit der Anbieter personenbezogene Daten im Auftrag des Nutzers verarbeitet, wird ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO geschlossen; er ist Bestandteil dieses Vertrags.
  3. Zur Verbesserung des Dienstes für alle Kunden nutzt der Anbieter ausschließlich anonymisierte, aggregierte Informationen: (a) Layout-Wissen zu Lieferanten- Belegen (an welcher Stelle einer Rechnung Belegnummer, Datum, Summe und Umsatzsteuer stehen) und (b) branchenbezogene Kontierungs-Statistiken (welches Buchungskonto Betriebe einer Branche für einen Händler überwiegend verwenden). Dabei werden keine Belege, keine Beträge, keine Namen und keine kundenbezogenen Daten zwischen Kunden geteilt; Statistiken fließen erst ein, wenn mindestens drei voneinander unabhängige Kunden betroffen sind, sodass kein Rückschluss auf einen einzelnen Kunden möglich ist.

§ 7 Pflichten des Nutzers

  1. Der Nutzer ist für die Richtigkeit und Vollständigkeit der eingereichten Belege und Daten sowie für die Erfüllung seiner steuerlichen und handelsrechtlichen Pflichten selbst verantwortlich; gesetzliche Aufbewahrungspflichten bleiben unberührt.
  2. Der Nutzer stellt sicher, dass er zur Übermittlung der Daten (z. B. Bankzugänge, Kassendaten, Belege Dritter) berechtigt ist.
  3. Eine missbräuchliche Nutzung der Plattform, insbesondere das Einreichen manipulierter Belege, ist untersagt.

§ 8 Verfügbarkeit

  1. Der Anbieter strebt eine Verfügbarkeit von 99,5 % im Jahresmittel an. Ausgenommen sind angekündigte Wartungsfenster, höhere Gewalt und Umstände außerhalb des Einflussbereichs des Anbieters.
  2. Für die Verfügbarkeit und Datenqualität angebundener Drittdienste (z. B. Bank-APIs, Kassensysteme, PMS, DATEV, Cloud-Infrastruktur) übernimmt der Anbieter keine Verantwortung; er wird Störungen unverzüglich weitergeben und im Rahmen des Zumutbaren bei der Behebung unterstützen.

§ 9 Haftung

  1. Der Anbieter haftet unbeschränkt für Vorsatz, grobe Fahrlässigkeit sowie für Schäden aus der Verletzung von Leben, Körper oder Gesundheit.
  2. Bei einfacher Fahrlässigkeit haftet der Anbieter nur für die Verletzung wesentlicher Vertragspflichten (Kardinalpflichten), begrenzt auf den vertragstypischen, vorhersehbaren Schaden.
  3. Der Anbieter haftet nicht für die inhaltliche Richtigkeit einzelner KI-Vorschläge (§ 5) und nicht für Schäden, die darauf beruhen, dass der Nutzer Vorschläge ungeprüft übernimmt oder seine Mitwirkungs- und Prüfpflichten verletzt.
  4. Die Haftung nach dem Produkthaftungsgesetz bleibt unberührt.

§ 10 Laufzeit und Kündigung

  1. Der Vertrag läuft auf unbestimmte Zeit und kann von beiden Seiten jederzeit zum Ende des laufenden Abrechnungszeitraums gekündigt werden; bis dahin bleibt der volle Funktionsumfang erhalten.
  2. Das Recht zur außerordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt unberührt.
  3. Nach Vertragsende stellt der Anbieter dem Nutzer seine Daten (Belege, Buchungen, Kassenbuch) für 90 Tage in einem gängigen Format zum Export bereit; anschließend werden sie gelöscht, soweit keine gesetzlichen Aufbewahrungspflichten des Anbieters entgegenstehen.

§ 11 Änderungen dieser AGB

  1. Der Anbieter kann diese AGB mit Wirkung für die Zukunft anpassen, soweit dies aus triftigen Gründen (z. B. Gesetzesänderungen, Funktionserweiterungen) erforderlich und für den Nutzer zumutbar ist. Änderungen werden mindestens vier Wochen vor Wirksamwerden in Textform angekündigt; widerspricht der Nutzer nicht innerhalb der Frist, gelten sie als angenommen. Auf das Widerspruchsrecht wird in der Ankündigung hingewiesen.

§ 12 Schlussbestimmungen

  1. Es gilt das Recht der Bundesrepublik Deutschland unter Ausschluss des UN-Kaufrechts.
  2. Gerichtsstand für alle Streitigkeiten aus diesem Vertrag ist der Sitz des Anbieters, sofern der Nutzer Kaufmann, juristische Person des öffentlichen Rechts oder öffentlich-rechtliches Sondervermögen ist.
  3. Sollten einzelne Bestimmungen unwirksam sein, bleibt die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen unberührt.